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Deine Kunst fotografieren – mit einfacher Ausrüstung

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Nicht alle Künstler:innen haben professionelle Fotoausrüstung zur Hand – und selbst wer sie hat, bringt nicht zwangsläufig das Können mit, die eigene Arbeit richtig abzubilden. Hier ist unser Leitfaden, wie du deine Kunst fotografierst, auch mit einfacher Ausrüstung.

Weil die meisten Open Calls digitale Abbildungen deiner Arbeiten verlangen und dein Auftritt im Netz von digitalem Material abhängt, brauchst du gute Fotos deiner Kunst – daran kommst du nicht vorbei. Aber solange deine Arbeit zweidimensional ist: Warum nicht einfach scannen?

Dafür gibt es ein paar Gründe. Zunächst gibt eine Kamera deine Arbeit meist genauer wieder als ein Scanner, wenn du keinen hochwertigen zur Hand hast. Außerdem lässt sich eine Arbeit mit viel Oberflächenstruktur kaum scannen. Und dann ist da die Größe: Deine Arbeit könnte für einen Scanner einfach zu groß sein.

Mit hochwertiger Fotoausrüstung ließe sich das Ergebnis natürlich noch genauer steuern. Das setzt aber umfangreiches fotografisches Wissen voraus – und das Geld, die Ausrüstung zu mieten oder zu kaufen, oder jemanden professionell zu beauftragen. Mit diesen Hinweisen kannst du deine Kunst auch ohne Spiegelreflexkamera und Studiolicht fotografieren.

1. Fotografier bei Tageslicht

Im richtigen Licht zu fotografieren ist der wichtigste Hinweis auf dieser Liste. Licht ist die beste Freundin der Fotografie, ganz unabhängig von der Ausrüstung – und mit begrenzten Mitteln zählt es umso mehr. Nimm deine Arbeit aus dem Kunstlicht heraus und stell sie in natürliches Tageslicht.

Tageslicht enthält alle Wellenlängen, die deinen Lampen zu Hause fehlen. Das heißt: Bei natürlichem Tageslicht hast du die beste Aussicht, die Farben deiner Arbeit genau abzubilden.

Vermeide dabei direkte Sonne. Such dir draußen einen Platz im Schatten, oder fotografier drinnen an einer Stelle mit viel gleichmäßigem Tageslicht und schalt alle anderen Lichtquellen aus. So lässt sich etwa eine Skulptur fotografieren, ohne dass sie Schatten wirft oder Reflexionen einfängt.

Wenn du ein Gemälde fotografierst, kannst du es auch auf den Boden neben eine offene Tür legen. Das Seitenlicht aus der Tür zeigt die Tiefe deiner Arbeit und hebt Einzelheiten wie Pinselspuren hervor – so gehen die kleinen Details nicht verloren, an denen du stundenlang gearbeitet hast.

2. Denk an die Perspektive

Wenn die Arbeit auf dem Boden liegt, stell dich genau darüber und fotografier senkrecht nach unten. Dafür kannst du in der Kamera deines Telefons das Gitter einschalten und dich daran ausrichten. Hängt die Arbeit an der Wand, achte darauf, den Aufnahmewinkel an der Leinwand auszurichten. Mit einem Stativ hilft dir die Wasserwaage daran, die Kamera richtig auszurichten – es geht aber auch ohne: Eine App wie Bubble Level findet den richtigen Winkel ebenso.

Dir ist vielleicht aufgefallen, dass gerade Kanten auf Fotos manchmal verzerrt aussehen. Perspektivische Verzerrung hat verschiedene Ursachen. Dein Telefon etwa fotografiert im Weitwinkel und verzieht die Kanten deiner Arbeit, wenn du aus zu geringem Abstand aufnimmst. Das gilt für Leinwände wie für andere Arbeiten.

Die Lösung: Probier verschiedene Abstände aus und sieh, welcher am besten funktioniert. Halt die Kamera weiter weg, als du es für nötig hältst – das verringert die optische Verzerrung des Objektivs.

3. Wähl den richtigen Hintergrund

Dass ein unruhiger Hintergrund deiner Arbeit die Aufmerksamkeit nimmt, versteht sich eigentlich – und doch ist das Netz voll von solchen Fotos. Such einen sauberen weißen Hintergrund, mindestens aber einen einfarbigen, vor dem du deine Arbeit aufnimmst. Du willst nichts, was ablenkt: Lass auch niemanden die Arbeit für das Foto halten, es sei denn, das gehört zu deiner künstlerischen Absicht.

Wenn du den Winkel richtig gewählt und die Arbeit in der richtigen Perspektive aufgenommen hast, lässt sich der Hintergrund leicht wegschneiden. Du kannst dir mit frei verfügbaren Online-Werkzeugen wie Canvy sogar einen neuen Hintergrund anlegen, was diesen Schritt deutlich erleichtert. Und wenn du wissen willst, wie du deine Arbeit im Netz möglichst professionell präsentierst, lies unseren Leitfaden zum Auftritt im Netz.

4. Gib den Fotos in der Bearbeitung den letzten Schliff

Nachdem du diese Hinweise befolgt hast, kann es dir immer noch so vorkommen, als gäbe das Foto die eigentliche Arbeit nicht wieder. Das lässt sich mit einem Bildbearbeitungsprogramm beheben. Wenn du kein Photoshop hast, kannst du die kostenlose Software PIXLR oder Apps wie VSCO und Snapseed nutzen, um dem Foto den letzten Schliff zu geben.

Als Richtschnur gilt: Das Foto soll aussehen wie die Arbeit selbst – also nicht überbearbeiten. Meist genügt es, Kontrast, Helligkeit und Weißabgleich anzupassen, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

Für eine ausführliche Anleitung, wie du deine Arbeit mit einem iPhone fotografierst, empfehlen wir den Artikel 9 Common Mistakes when Photographing your Artwork with an iPhone (and how to fix them) von Will Kemp.

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