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Einen Künstler-Lebenslauf schreiben
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Einen künstlerischen Lebenslauf zu schreiben kann einschüchternd wirken. Ein gut aufgebauter, klarer Lebenslauf öffnet aber Türen zu Ausstellungen, Residenzen, Förderungen und gemeinsamen Projekten. Dieser Leitfaden zeigt dir, wie du einen überzeugenden, lesbaren und wirksamen Lebenslauf zusammenstellst – auch wenn deine Erfahrung gerade erst wächst.
Klär zuerst, wofür du den Lebenslauf schreibst
Zuallererst solltest du dir über den konkreten Zweck deines Lebenslaufs klar werden. Bevor du anfängst, frag dich also:
- Wer wird das lesen? Kurator:innen, Förderjurys, Galerist:innen, Wissenschaftler:innen?
- Für welche Art von Gelegenheit ist er gedacht? Ausstellung, Residenz, Förderung, Publikation?
- Welche Teile deiner Arbeit und deines Werdegangs sind dafür am wichtigsten?
Dein Lebenslauf sollte das hervorheben, was die jeweilige Bewerbung am besten stützt. Du musst nicht alles aufführen, was du je gemacht hast – setz Prioritäten für die Gelegenheit, um die es gerade geht.
Aufbau und wichtige Abschnitte
Hier eine flexible Auswahl an Abschnitten. Lass weg, fass zusammen oder benenn um, je nachdem, was zu dir passt:
- Kontaktdaten: vollständiger Name, E-Mail, Telefon (falls sinnvoll), Website oder Portfolio-Link, relevante soziale Netzwerke, Ort (Stadt, Land).
- Ausbildung: Abschlüsse, Workshops, Mentorate, Kurse. Nenn Institution, Ort und Zeitraum. Wenn du bei einer bekannten Künstlerin oder einem bekannten Mentor studiert hast, kann das ein Pluspunkt sein.
- Künstlerische Fähigkeiten: Medien, Verfahren oder Spezialkenntnisse – etwa Ölmalerei, Druckgrafik, Videoschnitt, ortsspezifische Installation oder interaktive Medien.
- Ausstellungen: alle Ausstellungen, an denen du beteiligt warst. Die wichtigsten zuerst, besonders Einzelausstellungen. Am Anfang der Laufbahn ist es völlig in Ordnung, lokale, universitäre oder selbstorganisierte Ausstellungen herauszustellen.
- Bemerkenswerte Projekte und Aufträge: Projekte, die du angestoßen hast oder an denen du beteiligt warst. Nenn auch besondere Auftragsarbeiten, ortsspezifische Projekte, Kunst im öffentlichen Raum oder Kooperationen.
- Residenzen: Residenzprogramme, künstlergeführte Räume, Labore oder Ateliers, in denen du gearbeitet hast.
- Förderungen und Preise: jeweils Name der Auszeichnung, vergebende Institution, Jahr und gegebenenfalls Projekt oder Zweck.
- Publikationen: Interviews, Porträts oder eigene veröffentlichte Texte. Mit Autor:in, Publikation und Datum.
- Sammlungen: Institutionen oder private Sammler:innen, die Arbeiten von dir besitzen. Wenn Anonymität gewünscht ist, genügt „Privatsammlung, Stadt, Land“.
- Einschlägige Berufserfahrung: Tätigkeiten im Kunstbereich wie Galerieassistenz, Lehre oder kuratorische Praktika – vor allem solche, die deine eigene Arbeit prägen.
- Referenzen: frühere Lehrende, Mentor:innen, anerkannte Künstler:innen oder ehemalige Arbeitgeber:innen, jeweils mit Name, Funktion, Institution und Kontakt.
Was, wenn dir Erfahrung fehlt?
Vielleicht stehst du am Anfang und hast noch nicht viel vorzuweisen. Kein Grund zur Sorge – ein ansprechender Lebenslauf lässt sich trotzdem aufbauen.
Konzentrier dich auf die Erfahrungen, die du hast. Vielleicht hast du ein eigenes Zine herausgebracht, an einer Ausstellung abseits des Betriebs teilgenommen oder ein unabhängiges Projekt umgesetzt. Richtig formuliert zeigen genau solche Erfahrungen deinen Antrieb und dein Engagement. Du kannst auch kommende Ausstellungen und Projekte aufnehmen und mit gestalterischen Mitteln arbeiten – größere Seitenränder etwa füllen den Lebenslauf angenehm aus.
Belege alles, was du angibst
Zu allem, was du aufführst – eine Fähigkeit, ein Projekt, eine Ausstellung – solltest du etwas vorweisen können: eine URL, ein Foto, einen Katalog, einen Pressebericht oder eine andere Dokumentation. Wer neugierig wird, sollte das nachprüfen oder vertiefen können. Das schafft Glaubwürdigkeit.
Ein Beispiel für diese Art zu formulieren: statt „Ich kann Werke schaffen, die die Werte eines Stadtteils widerspiegeln“ lieber „… belegt durch meine Berufung zum Artist in Residence am dortigen Museum für zeitgenössische Kunst“. Die Behauptung steht, und der Beleg steht daneben.
Nimm dein künstlerisches Statement auf
Dein künstlerisches Statement ist das Mittel, mit dem du deine künstlerische Haltung vermittelst und dich als besonders geeignet zeigst. Es sollte informieren und erkennen lassen, dass dich die jeweilige Gelegenheit wirklich interessiert.
Halte ihn kurz
Grundsätzlich darf ein künstlerischer Lebenslauf länger sein als der übliche einseitige Lebenslauf. Unnötig lang sollte er trotzdem nicht werden. Er ist eine knappe Übersicht, anhand derer sich die Lesenden deine wichtigsten Merkmale vergegenwärtigen können. Wenn du keinen zwingenden Grund für mehr hast, bleib bei höchstens zwei Seiten.
Warum das wichtig ist: Ein ausufernder Lebenslauf lässt vermuten, dass es dir schwerfällt, Prioritäten zu setzen, die eigene Arbeit zu redigieren und auf den Punkt zu kommen. Sei beim Kürzen ruhig unerbittlich.
Achte auf Lesbarkeit und einen klaren Ton
Dein Lebenslauf sollte informativ, gut lesbar und sauber gegliedert sein:
- Nimm eine klare, gut lesbare Schrift und bleib bei einheitlichen Formaten für Überschriften und Aufzählungen.
- Ein Zeilenabstand von 1,0 bis 1,15 liest sich angenehm.
- Arbeite mit Aufzählungen statt mit langen Absätzen.
Denk beim Schreiben daran, dass die lesende Person aus deiner Sprache Rückschlüsse auf dich zieht. Ein paar Dinge, die den Ton verbessern:
- Verwende tätige Verben: geschaffen, organisiert, präsentiert, zusammengearbeitet.
- Streich Füllwörter und ausschmückende Adverbien.
Sorg für ein ansprechendes Erscheinungsbild
Es liegt nahe, dem Lebenslauf etwas von deiner eigenen Gestaltung mitzugeben. Tu das ruhig: Wenn du etwa aus dem Design kommst, wähl eine ansprechende Farbgebung oder entwirf dir eine eigene Vorlage.
Aber sei vorsichtig. Zurückhaltung wirkt stärker als ein überladener Lebenslauf. Gib dezente Hinweise auf dein gestalterisches Können, aber stell Professionalität und Lesbarkeit voran.
Vergiss das Redigieren und Korrekturlesen nicht
Das klingt selbstverständlich, geht aber leicht unter, wenn du mehrere Fassungen schreibst und überarbeitest. Du traust deinem Schreiben weniger als deiner künstlerischen Arbeit? Dann nutz Werkzeuge wie Grammarly oder Hemingway – oder bitte jemanden aus deinem Umfeld, gegenzulesen.
Behandle ihn als lebendes Dokument
Wenn dein Lebenslauf auf deiner Website oder in deinem Portfolio liegt, halt ihn aktuell. Trag neue Projekte, Erfahrungen und Meilensteine nach, sobald sie abgeschlossen sind, und nimm Überholtes heraus.
So bleibt dein Lebenslauf anpassungsfähig
- Führ eine Gesamtfassung, die alles enthält – auch wenn sie lang ist.
- Kürz und schneid vor jeder Bewerbung zu: Weniger Relevantes raus, das Passende hervorheben.
- Speicher Fassungen als PDF für Einreichungen und halte zusätzlich eine Online-Version auf deiner Website oder im Portfolio bereit.
- Datier deinen Lebenslauf, etwa „Stand: Monat Jahr“ – das zeigt, dass er aktuell ist.
Verlink dein Portfolio
Neben deinen Kontaktdaten und den Links zu deinen beruflichen Profilen gehört auch ein Link zu deinem Portfolio hinein. So kommen Lesende mit einem Klick zu Beispielen deiner Arbeit. Wie du eines aufbaust, das standhält, steht in unserem Leitfaden Ein Künstlerportfolio, das auffällt.
Bereit, dich zu bewerben?
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Ausschreibungen ansehenWeitere hilfreiche Ressourcen:

Eine Dokumentation, die standhält, wenn eine Jury vier Sekunden auf sie schaut.

Dein Statement prägt, wie andere deine Arbeit sehen. Die wichtigsten Dos und Don'ts.

Vom Finden des passenden Programms bis zur abgeschickten Bewerbung – und was danach kommt.

Förderzusage, Leihvertrag, Kommission, Auftrag – was in jedem stehen muss, bevor du unterschreibst.