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Artist Statement schreiben: Dos und Don’ts

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Ob du die Über-mich-Seite deiner Website überarbeitest oder dich auf einen Open Call bewirbst: Dein Artist Statement – im Deutschen auch künstlerisches Statement – spielt eine wichtige Rolle dabei, wie deine Arbeit wahrgenommen wird. Es zu schreiben ist trotzdem eine Herausforderung.

Damit du dich darin zurechtfindest, haben wir diese Liste mit Dos und Don’ts zusammengestellt.

Dos

1. Werde konkret

Das klingt selbstverständlich, aber ein künstlerisches Statement sollte persönlich und konkret auf deine Arbeit bezogen sein. Vermeide also allgemeine, weit ausholende Sätze, die wenig über deine Arbeitsweise aussagen. Es geht nicht darum, etwas zu schreiben, das eine Wortzahl füllt oder beeindruckend klingt. Bleibt es vage und allgemein, erfahren die Lesenden nicht, worum es dir und deiner Arbeit wirklich geht – und genau dafür ist das Statement da.

Wähl deine Sprache mit Bedacht. Denk daran, dass du Informationen über deine Arbeit vermittelst: Sie sollten zutreffen und deiner Praxis entsprechen. Das heißt auch, dass du dein Statement fortlaufend anpasst, wenn sich deine Arbeit weiterentwickelt.

2. Schreib klar

Ein künstlerisches Statement sollte so geschrieben sein, dass ein breites Publikum es versteht. Das gilt besonders für ein Statement auf deiner Website oder einer anderen Online-Plattform, wo Menschen mit sehr unterschiedlichem Vorwissen es lesen. Also: geradeheraus formulieren und eine Sprache verwenden, die deine Arbeit treffend beschreibt und klar vermittelt.

Zur Klarheit gehört auch, genau zu treffen, was du mit dem Statement sagen willst. Überfrachte den Text nicht mit vielen unfertigen, halbgaren Gedanken. Nutz die Gelegenheit, die zentralen Ideen deiner Arbeit zu vermitteln – nicht jede Einzelheit deiner Praxis.

3. Denk an den Zusammenhang

Du wirst dein Statement für unterschiedliche Zwecke brauchen: Förderanträge, Profile in sozialen Netzwerken, Open Calls. Rechne damit, dass du es jeweils zuschneiden musst. Manche Bewerbungen für ein Residenzprogramm fragen etwa danach, wie sich deine Arbeit zu einem bestimmten Thema verhält. Verlass dich also nicht auf ein Allzweck-Statement, das du unverändert überallhin schickst – auch wenn ein allgemeines Statement eine gute Grundlage ist, von der aus du arbeitest. Und: Versuch nicht, dein Statement auf ein Thema zu biegen, wenn es für dich und deine Arbeit gar nicht einschlägig ist.

4. Entwirf und schreib um

Schreib mehrere Fassungen, oder fang mit einem längeren Text an, als du brauchst. Danach kürzt du, redigierst, stellst um und arbeitest weiter, bis etwas dasteht, das stark und knapp ist und deine Arbeit wirklich vermittelt. Hol dir außerdem eine zweite, dritte, vierte Meinung – von Menschen, die deine Arbeit kennen, und von solchen, die sie nicht kennen. Es lohnt sich, auch Familie, Freund:innen oder Kolleg:innen zu fragen, die nicht im Kunstbetrieb unterwegs sind. Rückmeldungen aus verschiedenen Blickwinkeln helfen.

Dein Statement laut zu lesen – für dich oder jemand anderen – gehört ebenfalls zum Überarbeiten. Und bitte jemanden, gegenzulesen, bevor du es verschickst oder veröffentlichst.

5. Bleib in der Gegenwart

Wer in die eigene künstlerische Praxis eintaucht, verweilt leicht bei frühen Einflüssen und früheren Arbeiten. Beim Schreiben deines Statements solltest du der Vergangenheit aber nicht zu viel Raum geben – es sei denn, sie ist für deine heutige Arbeit unmittelbar wichtig. Nutz die wenigen Worte, die du hast, für das, was du jetzt machst, und warum. Nicht nur dafür, wie du hierher gekommen bist.

Don’ts

1. Kunstjargon verwenden

Kunstjargon – im Englischen auch International Art English genannt – ist im Kunstbetrieb allgegenwärtig. Diese Art zu schreiben macht einen Text schwer verständlich und mitunter regelrecht undurchdringlich. Kennzeichnend sind verschachtelte Satzbauten, viele Wörter, die nichts bedeuten, und Ungenauigkeit. Das klingt gestelzt und vermittelt den Lesenden vermutlich gar nichts.

Dein Publikum soll aus deinem Statement etwas mitnehmen und nicht verwirrt, genervt oder gelangweilt zurückbleiben. Werde also nicht zu fachlich und vermeide lange, übermäßig komplizierte Sätze und Jargon. Das verwässert den Inhalt und am Ende die Wirkung. Ein künstlerisches Statement ist keine Gelegenheit, Vokabular vorzuführen, sondern ein Mittel, deine Gedanken zu vermitteln.

2. Es in die Länge ziehen

Du willst deine Lesenden nicht langweilen oder mit Informationen überladen – und das in einem Text, der oft der erste Kontakt mit deinem Publikum ist. Du willst Interesse wecken. Die wichtigsten Punkte über dich und deine Arbeit sollten knapp vermittelt sein.

Künstlerische Statements sind in der Regel recht kurz – je nach Zusammenhang etwa 200 Wörter. Der Text sollte direkt zur Sache kommen, dein Publikum hineinziehen und neugierig auf deine Arbeit machen.

3. „Objektiv“ klingen wollen

Manche Künstler:innen verstecken sich beim Schreiben hinter Passivkonstruktionen und neutralen Formulierungen, weil sie glauben, das klinge professioneller. Ein Statement kann aber beides sein, professionell und persönlich – es muss nicht so tun, als wäre es ein wissenschaftlicher Aufsatz.

Verlier deine Stimme nicht in dem Versuch, offizieller, neutraler oder distanzierter zu klingen. Steh zu deiner Verbindung zu deiner Arbeit und zu deiner unvermeidlichen Subjektivität.

4. Einem Schema folgen

Versuch nicht, beim Schreiben einem festen Schema zu folgen. Du willst zwar die wesentlichen Punkte treffen – das Was, das Wie und das Warum –, aber das lässt sich auch auf eine Weise tun, die dein Profil oder deine Bewerbung heraushebt. Fang damit an zu sammeln, was dein Publikum über deine Arbeit wissen soll. Denk daran: Du willst etwas Konkretes sagen, und zwar mit deiner eigenen Stimme.

Statt also gleich loszuschreiben und in dasselbe Schema zu verfallen, mach dir erst einen Plan und ordne deine Gedanken. Wie sieht dein künstlerischer Prozess aus? Wie bist du zu einem bestimmten Thema oder Medium gekommen? Wer oder was beeinflusst dich?

5. Eine Verkaufsansprache schreiben

Du wirst dein Statement nutzen, um deine Arbeit zu zeigen und mitunter auch zu bewerben – zu verwechseln ist es mit einer Verkaufsansprache aber nicht. Sei vorsichtig mit Formulierungen und Adjektiven, die Wert oder Produktqualität nahelegen: „hochwertig“, „einzigartig“, „wunderschön“. Statt dich auf Marketingsprache zu verlassen, lass die Arbeit selbst überzeugen.

Behandle dein Statement nicht als Mittel, dich oder deine Arbeit zu verkaufen, sondern als Ort, an dem du deine künstlerische Arbeit in Worte fasst.

Statement fertig? Dann bewirb dich.

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