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Einen Förderantrag schreiben

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Förderanträge zu schreiben ist mühsam und oft undankbar. Manchmal fühlt es sich an, als rufe man ins Leere: keine Rückmeldung, keine Ahnung, woran es scheitert oder wie sich das Blatt wenden ließe.

Den einen fehlerfreien Antrag können wir dir nicht schreiben. Wir können aber die wesentlichen Fehler benennen, die beim Antragschreiben passieren – damit deine Aussichten beim nächsten Mal besser stehen.

Unterschätz den ersten Absatz nicht

Es heißt oft, die meisten Anträge scheitern im ersten Absatz. Wenn du der Jury nicht klar und überzeugend vermittelt hast, was du machst, warum deine Arbeit zählt und warum gerade du diese Gelegenheit verdienst – dann war es das, weiter zum nächsten Antrag.

Dieser erste Absatz ist deine Kurzvorstellung: fünf Sekunden, um deinen Fall zu machen. Wen du dort verlierst, gewinnst du nicht zurück.

Was läuft also schief?

Wenn es darum geht, über die eigene Arbeit zu schreiben, verkaufen sich die meisten Künstler:innen unter Wert. Ein Förderantrag ist aber nicht der Ort, um klein von sich zu reden. Frag dich ernsthaft: Warum verdienst du diese Gelegenheit? Was ist das Besondere an dem, was du machst? Wie spricht deine Arbeit ganz konkret auf diese Ausschreibung an?

Schreib diesen Eröffnungsabsatz wieder und wieder. Ginge es mitreißender? Überzeugender? Anschaulicher? Sich in wenigen Worten genau auszudrücken ist die zentrale Fähigkeit beim Antragschreiben. Jedes einzelne Wort zählt.

Ergebnis, Ergebnis, Ergebnis

In der Regel sollte dein erster Absatz keine ausführliche Darstellung deines Arbeitsprozesses sein, sondern das Ergebnis deiner Arbeit in den Mittelpunkt stellen. Für wen ist es? Worum geht es? Was existiert, wenn der Förderzeitraum endet?

Benenn das Ergebnis deines Projekts in einem Satz. Es sollte klar und unbestreitbar wertvoll sein.

Denk an deine Leserschaft

Ein Förderantrag ist überzeugendes Schreiben, keine Kunstkritik. Jetzt ist nicht der Moment, die eigene Botschaft mit gehobenem Jargon zu verstellen oder das eigene Tun zu überintellektualisieren. Du schreibst nicht über deine Kunst, um eine Kuratorin zu beeindrucken. Was die Jury interessiert, ist Wirkung, Genauigkeit und Klarheit.

Es hilft, sich vorzustellen, selbst in der Jury zu sitzen und hunderte Anträge zu lesen. Was weckt dort Interesse? Wie durchbricht man die Eintönigkeit einer schier endlosen Reihe von Projektideen und kommt durch? Mach deinen Antrag zu einem Moment des Aufatmens für die Lesenden.

Lies die Formalien nie nur quer

Schon mal eine Förderung verpasst, weil die eingereichte Projektbeschreibung sechs statt fünf Seiten lang war? Wenn es dir passiert ist, kannst du sicher sein: Diesen Fehler machst du nie wieder.

Wirf nicht stundenlange Arbeit weg, weil du über das Kleingedruckte hinweggelesen hast. In vielen Fällen verlassen sich Fördergeber darauf, dass genügend Leute solche kleinen Fehler machen – damit sich Anträge an Formalien aussortieren lassen. Geh dieser Falle nicht auf den Leim.

Druck die Ausschreibungsbedingungen aus, nimm einen Textmarker und lies alles mit Argusaugen. Etwas ergibt keinen Sinn? Ruf an und frag nach. Investier hier eine zusätzliche Stunde, sonst riskierst du, dass all deine Arbeit umsonst war.

Was kann ich noch tun?

Es wieder und wieder versuchen. Förderanträge sind ein Spiel der Zahlen, und mitspielen muss man, um zu gewinnen. Wenn du Mühe hast, passende Förderungen zu finden: Auf ArtConnect gibt es reichlich davon. Und wenn du beim Verfahren selbst Unterstützung brauchst, führt dich unser Leitfaden Eine Kunstförderung beantragen Schritt für Schritt hindurch.

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Auf ArtConnect findest du Förderungen und Stipendien von Institutionen weltweit – mit Fristen und Bedingungen auf einen Blick.

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