Der Re:Paris Prize ist eine Neuinterpretation des Paris Prize von Van Alen Institute, der von 1904 bis 1997 vergeben wurde und den Gewinner:innen eine Zeit lang ein einjähriges Stipendium für ein Studium an der berühmten École des Beaux-Arts in Paris ermöglichte. Der Re:Paris Prize kehrt die Tradition der „Grand Tour“ um und verlagert den Fokus weg von Paris hin zu Städten und Gemeinschaften in der gesamten globalen postkolonialen Landschaft.
Für die erste Ausgabe des Preises hat sich Van Alen mit der Pan African Biennale zusammengetan, der ersten kontinentalen Plattform für gebaute Umwelt, Architektur und räumliche Praxis, die von Afrika aus konzipiert und geleitet wird. Der Gründungskurator der Biennale, der Architekt Omar Degan, ist maßgeblich an der Gestaltung des Re:Paris Prize beteiligt: Er hilft, dessen Themen zu formulieren, unterstützt die Auswahl und das Mentoring der Preisträger:innen und verstärkt die potenzielle Wirkung des Preises auf die Zukunft der Stadtgestaltung.
Der Re:Paris Prize wird an drei Designer:innen vergeben, die sich leidenschaftlich für Civic Design und Stadtgestaltung einsetzen – eine Person mit Sitz in den Vereinigten Staaten, die beiden anderen vom afrikanischen Kontinent, ausgewählt aus den ausstellenden Designer:innen der Pan-African Biennale 2026. Die beiden in Afrika ansässigen Gewinner:innen werden im September 2026 auf der Pan African Biennale ausgewählt und bekannt gegeben. Die in den USA ansässige Person wird im Dezember 2026 ausgewählt und im Januar 2027 bekannt gegeben.
Jede:r Gewinner:in erhält 35.000 $, um zu erforschen, wie Design eine transformative Rolle in Afrika und der Schwarzen Diaspora spielt – an Orten, die einst an den Rand des architektonischen und urbanistischen Diskurses gedrängt wurden, nun aber zunehmend als Orte räumlicher Intelligenz, epistemischer Innovation und Zukunftsgestaltung geschätzt werden.
Eine ausgewählte Gruppe von Mitarbeitenden von Van Alen und der Pan African Biennale sichtet die Einreichungen und leitet bis zu 10 Finalist:innen an das Auswahlkomitee des Re:Paris Prize weiter. Das Komitee, bestehend aus einer multidisziplinären Gruppe von fünf führenden Designer:innen aus dem Netzwerk von Van Alen und der Pan African Biennale, tritt an zwei getrennten Terminen zusammen, um die drei Gewinner:innen zu bestimmen. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, wird jede Person, die eine:n Finalist:in nominiert, vom Auswahlkomitee ausgeschlossen.
Die Gewinner:innen arbeiten über einen Zeitraum von 12 Monaten zusammen, tauschen Erkenntnisse aus der Feldarbeit aus und entwickeln gemeinsam Wege, ihre Arbeit durch Ausstellungen, Vorträge und andere öffentliche Programmformate relevanten Zielgruppen zu vermitteln. Neben eigenständigen Reisen für ihre Projekte kommen die Gewinner:innen während des Forschungszeitraums dreimal als gesamte Gruppe zusammen: zum Auftakt und Abschluss des Programms im Brooklyner Büro von Van Alen sowie zu einer „Halbzeit“-Veranstaltung in einer noch bekannt zu gebenden Stadt.
Wir suchen erfahrene, ambitionierte und einfallsreiche Designer:innen mit Vorschlägen, die:
internationale Reisen erfordern, um mit Expert:innen in Kontakt zu treten und wirkungsvolle Feldforschung zu ermöglichen
ein wichtiges neues Konzept oder bestehende Projekte in die nächste Entwicklungsphase bringen
Gemeinschaften, die von historischem und andauerndem Unrecht betroffen sind, im Geiste interkultureller Zusammenarbeit und des Austauschs sinnvoll einbinden
Ideen helfen, zu wachsen, um eine größere Wirkung zu erzielen oder ein breiteres Publikum zu erreichen
Wir suchen Vorschläge, die sich mit einem oder mehreren von fünf zentralen Themen des reparativen und regenerativen Urbanismus befassen:
Landnutzung, Planung und regenerative Entwicklung: Wie können neue Modelle der Landnutzung, Planung und Entwicklung heruntergekommene Viertel erneuern und breiten Wohlstand fördern?
Materialien, Herstellung und resilientes Design: Wie die physischen Bausteine von Städten Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Abfallvermeidung unterstützen können
Daten, Algorithmen und öffentlicher Raum: Wie digitale Infrastrukturen öffentliche Räume, das zivile Leben und die räumliche Wahrnehmung verändern
Wechselseitig abhängige Ökosysteme: Wie Stadtgestaltung ökologische Wiederherstellung, Umweltverantwortung und Resilienz unterstützt
Kulturelle Hybridität: Wie können wir lokales, indigenes und unterrepräsentiertes Wissen wieder in den Mittelpunkt rücken?